GRÜNE JUGEND Hamburg und JUSO-Kreisverband Harburg: Trauer darf nicht instrumentalisiert werden
Am Dienstagabend haben sich viele Harburger_innen an einer
friedlichen Mahnwache unter dem Motto “Ein Licht gegen Gewalt in
Harburg” für Pascal W. beteiligt. Es sollte den Opfern der
gewalttätigen Übergriffe der vergangenen Wochen in Harburg von und
gegen Jugendliche gedacht werden.
Allerdings erklären die GRÜNE JUGEND Hamburg und der JUSO-
Kreisverband Harburg ihr Bedauern über das inhaltliche und
stimmungsmäßige Entgleiten der Veranstaltung auf dem Harburger
Rathausmarkt. Der Rahmen der Gedenkveranstaltung wurde durch
polemische Moderation und einige mit reißerischen Parolen, sowie mit
unangemessenen Zwischenrufen auftretende Teilnehmende, in eine
gefährliche Richtung gelenkt, die eine rechtsstaatsfeindliche
Stimmung vermittelte.
Dazu sagt Lena Mußlick, Beisitzerin im Landesvorstandes der GRÜNEN
JUGEND Hamburg (aus Harburg):
“Es ist wichtig, dass das Problem Jugendgewalt öffentlich
thematisiert und auf politischen Handlungsbedarf aufmerksam
gemacht wird. Jedoch dürfen die Trauer der Betroffenen und der
Wunsch nach schnellen Antworten nicht zum Zweck hetzerischer, auf
Angst aufbauender Meinungsmache instrumentalisiert werden.”
Oliver Vornfeld, stellvertretender Kreisvorsitzender der JUSOS
Harburg sagt:
“Ein in möglichst kurzem Abstand zu Straftaten durchgeführtes
Gerichtsverfahren ist zwingend erforderlich, um den
Täter_innen ein klares Unrechtsbewusstsein zu ermöglichen. Höhere
Strafen, wie sie auch bei der Veranstaltung gefordert wurden, führen
hingegen zu keiner gesteigerten Abschreckung bei den zumeist im
Affekt ausgeführten Gewalttaten, sodass damit lediglich das
Bedürfnis nach Vergeltung befriedigt würde. Verkürzte
Schnellverfahren auf Kosten rechtsstaatlicher Prinzipien lehnen wir
entschieden ab.”


