Bildungsseminar der GRÜNEN JUGEND Hamburg

Teilnehmer_Innen mit der Schulleiterin der Clara-Grunwald Schule
Am 18. Juli entscheiden die HamburgerInnen in einem Volksentscheid über die Zukunft ihres Schulsystems. Es geht um längeres, gemeinsames Lernen, den Mut dem viergliedrigen Schulsystem eine Absage zu erteilen oder alles so zu lassen, wie es ist. Seit Monaten kämpfen das Bündnis der „Schulverbesserer“ mit der Volksinitiative „Wir wollen lernen“ um die Gunst der Hamburger Bevölkerung.
Die GRÜNE JUGEND Hamburg entschied sich dazu, die Idee des gemeinsamen Lernens bis zur sechsten Klasse weit über die hanseatischen Grenzen hinauszutragen und für eine besseres Schulsystem zu werben und veranstaltete vom 18. bis zum 20. Juni 2010 ein Bildungsseminar.
So kam es, dass sich am Freitagabend 15 junge, grüne SchulverbessererInnen aus dem gesamten Bundesgebiet in Geschäftsstelle der GAL in Hamburg- Mitte trafen, um durch die Kneipen zu ziehen und für eine aktive Teilnahme am Volksentscheid zu werben.
Nach kurzer Nacht, für einige, der Teilnehmenden, ging es am Samstagvormittag um die Vorstellungen der GRÜNEN JUGEND zu unterschiedlichen Schulformen und Lernmethoden und wie mensch diese realpolitisch gerade in Hamburg versucht umzusetzen.
Michael Gwosdz MdHB und Sprecher für Bildungspolitik der GAL referierte und diskutierte mit den SchülerInnen und StudentInnen über das Abschaffen des Sitzenbleibens und darüber, dass die Schulen nach der Reform autonomer Handeln können, wie sie den Lehrplan umsetzen und ob sie 45 oder 60 Minuten Unterricht machen.
Das klingt lang! Jedoch sollen auch die statischen Frontalunterrichtsstunden minimiert werden und stattdessen, die Zusammenarbeit von leistungsschwächeren mit leistungsstärkeren SchülerInnen intensiviert werden. Ein Wochenplan, der individualisiert auf jedeN SchülerIn abgestimmt ist, soll dazu motivieren, mit mehr Spaß am Lernen Erfolge zu erzielen. Die SchülerInnen sollen länger gemeinsam lernen, dass heißt, die Grundschule mit vier Klassenstufen wird durch die Primarschule mit sechs Klassenstufen ersetzt und anschließend kann mensch entweder aufs Gymnasium gehen und nach der 12. Klasse das Abitur erwerben oder auf eine Stadteilschule gehen und dort auch nach der 13. Klasse das Abitur absolvieren.
Am Samstagnachmittag stand eine Exkursion auf dem Programm. Die TeilnehmerInnen besuchten die Schulverbesserin und Leiterin der Clara – Grunwaldschule, Angelika Fiedler. In ihrer Grundschule, die in einem Stadtteil mit hohem MigrantInnenanteil liegt, wird sehr viel Wert darauf gelegt SchülerInnen zu fördern, indem man ihre Stärken sucht und diese ausbaut, stand immer nur an der Bekämpfung von Schwächen zu arbeiten. Außerdem gibt es keine Klassen, sondern nur zwei Stufen, in denen klassenübergreifend unterrichtet wird.
Es geht darum, gemeinsam zu arbeiten, so finden an der Clara – Grunwaldschule regelmäßig Gespräche zwischen Schülern, Lehrern und Eltern statt.
Zeitgleich zum Bildungsseminar der GRÜNEN JUGEND fand die Altonale, das Straßenfest in Hamburg – Altona statt, auf dem dann ordentlich für die Schulreform geflyert wurde und Abends ging es zum gemeinsamen Tagesausklang ins Haus 73 auf die Schanze.
Der Sonntag stand ganz unter dem Zeichen der Hochschulpolitik. Es wurde über die Umsetzung der Bolognareform diskutiert und dass es noch immer an der Umsetzung erhebliche Defizite gibt. Auch die Demokratisierung von Hochschulen war ein Thema.
Im Großen und Ganzen war das Bildungsseminar der GRÜNEN JUGEND Hamburg eine gelungene Veranstaltung und nun bleibt die Hoffnung auf ein JA beim Volksentscheid für längeres, gemeinsames Lernen.
Simon Kuchinke
Tags: Bildung, Primarschule


